10 gesündere Alternativen zu weißem Haushaltszucker Teil 1

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Versteckter Zucker ist heutzutage nahezu in jedem Fertigprodukt enthalten, sogar bei einfachem Brot kann man nicht mehr sicher sein und es steckt oft eine Portion Zucker mit drin. In Produkten, in denen man eigentlich keinen Zucker erwartet, überrascht plötzlich die Inhaltsstoffliste auf der Packungsrückseite. Verwirrende Angaben wie „Maltodextrin“ „Glukose“ oder „Süßmolkenpulver“ bedeuten in Wahrheit und in Laiensprache einfach nur, dass künstlicher Zucker enthalten ist.

Achtung: Zuckerfalle!

Die Industrie gewöhnt uns, durch die Zugabe von Zucker, automatisch an einen süßen Geschmack. Die Folge: Man wird süchtig danach. Man will mehr. Man kauft mehr davon.
Schmeckt etwas süß, wird es sofort als „genießbar“ und „ungefährlich“ an unser Gehirn übermittelt. Was früher Überlebensnotwendig war, ist noch heute fest in uns verwurzelt und genau diese übergebliebene Eigenschaft, aus Zeiten als wir Menschen noch Jäger und Sammler waren (gut, im übertragenem Sinn sind wir das auch noch heute), macht sich die Lebensmittelindustrie zu Nutzen. 

Dass ein langfristiger, hoher Zuckerkonsum den menschlichen Körper krank macht, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Wie herkömmlicher Haushaltszucker hergestellt wird, ist weitgehend bekannt. Durch die Verarbeitung zu weißem Kristall- od. Puderzucker gehen absolut alle vorher enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe verloren, was bleibt sind pure Kohlehydrate – dass hier ausschließlich von schlechten die Rede ist, brauche ich denke ich nicht zu erwähnen. Das Selbe gilt für Braunzucker und Kandiszucker.

Guter Zucker – Schlechter Zucker

Zucker im allgemeinen Sinn, muss allerdings nicht zwingend schlecht sein. Auch wenn ich bis jetzt noch kein gutes Wort darüber verloren habe, ist es doch eine Tatsache die ich unbedingt ansprechen will. Natürlicher Zucker, der in z.B. Obst, Ahornsirup, Honig,… enthalten ist, ist um Welten besser und gesünder als industriell hergestellter Zucker und Süßstoff.

Wobei auch hier gilt: Die Menge macht das Gift!

Nur weil in Obst gesündere, natürlichere Süße enthalten ist, sollte man deswegen nicht täglich Unmengen an Bananen und Co. vertilgen. Gerade Fructose wird in großen Mengen wiederum kritisch betrachtet.
Trotzdem gilt: Auch wenn der Zuckergehalt und oder Kaloriengehalt in meinen „persönlichen 10 gesünderen Alternativen“ oft verhältnismäßig hoch ist, stechen sie dennoch durch die enthaltenen Vitamine und Mineralstoffe hervor!

Zucker ist nicht gleich Zucker

Über Zucker könnte ich hier endlos schreiben. Die Thematik dazu ist so irre umfangreich, dabei möchte ich hier gar nicht so ins Detail gehen. Es gibt genug ausgebildete Ernährungswissenschaftler und Ernährungsberater (alleine hier im WWW findet man Unmengen an Erklärungen rund um das Thema), die sich viel besser als ich auskennen und ihr Wissen mit der Welt teilen.

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Ich denke jeder muss für sich und seine Kinder selbst entscheiden, welchen Weg er ernährungstechnisch einschlagen möchte. Obwohl ich mich wirklich ausgiebig damit befasst habe und mir über die negativen Auswirkungen von herkömmlichen Haushaltszucker bewusst bin, habe ich für UNS entschieden, diesen nicht gänzlich zu streichen.

Bei uns wird bis auf ein paar Ausnahmen, in denen der Italiener mal den Kochlöffel für uns schwingt, immer frisch gekocht und gebacken. Dabei achte ich sehr auf gute Qualität der Zutaten. Im letzten Jahr habe ich durch unzählige Küchenexperimente, meine persönlichen gesünderen Alternativen gefunden. Diese verwende ich oft und gerne ohne schlechtem Gewissen. Und doch kommt auch hin und wieder stinknormaler, weißer oder brauner Zucker bei uns zum Einsatz. Aber weißt du was? Es ist für mich ok!

Haushaltszucker vs. gesündere Alternativen –
Die Menge macht das Gift!

Ich möchte Mimi einen vernünftigen Umgang mit dem Teufelszeug beibringen. Sie darf lernen, dass Zucker in Maßen in Ordnung, aber nicht gesund ist und deshalb nicht ständig oder gar unkontrolliert konsumiert werden soll. Dass nicht alles übertrieben süß sein muss, um gut zu schmecken und dass es total passt wenn sie das Überraschungs-Ei beim Tantenbesuch in vollen Zügen genießt.

In Mimis ersten Lebensjahr war ich allerdings strenger! Sie durfte zwar mal bei meinem Eis oder Keks kosten wenn sie starkes Interesse zeigte, aber aktiv angeboten habe ich Süßigkeiten nie. Jetzt im Nachhinein bin ich mir ziemlich sicher, dass dies bestimmt dazu beigetragen hat, dass sie heute gar nicht so auf Süßkram steht. Ich kann an einer Hand abzählen wie oft sie von sich aus nach etwas Süßem gefragt hat.
Außer Eis, das geht immer! Erdbeereis ist ihr Kryptonit 🙂 

Lange Rede, kurzer Sinn!
Für mich steht fest: Achte ich zu Hause auf eine gesunde, abwechslungsreiche Ernährung – kann ich mit meinem Gewissen und unserer Gesundheit vereinbaren, dass Ab und Zu in adäquaten Mengen, ungesundes Zeug in unseren und besonders in Mimis Bauch landen darf!


Aber wie bereits geschrieben:
JEDER muss diese Entscheidung für sich und seine Familie SELBER treffen.

Als Anreiz möchte ich dir jetzt (endlich) meine persönlichen „gesünderen“ Zuckeralternativen kurz vorstellen. Ich betone „gesünder“ deshalb besonders, weil in Wahrheit jeder Zucker in gewisser Weise ungesund ist – aber diese durchaus ihre Vorteile haben!

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Datteln getrocknet | Dattelsirup od. Paste | Dattelsüße

Datteln weisen einen hohen Gehalt an natürlichem Zucker und Kalorien auf, nicht ohne Grund dürfen sie die Bezeichnung „das Brot der Wüste“ tragen. In den kleinen Kerlen steckt nämlich eine ordentliche Portion Power: Vitamine und eine Menge an wichtigen Mineralstoffen, wie z.B. Eisen, Kalzium und Magnesium machen Datteln zu Recht zu einem ultimativen Superfood.

Man sollte aufgrund des bereits oben erwähnten Zucker- und Kalorienanteils keine Unmengen zu sich nehmen, aber ich persönlich finde, die positiven Aspekte überwiegen hier. Außerdem tragen Datteln durchaus ihren Beitrag zu unserer Gesundheit und Genesung bei Krankheit bei. Richtig angewendet entsteht manch tolles Hausmittelchen. Dazu bald mehr. Generell sollten getrocknete Datteln immer ungesüßt, ungeschwefelt und aus biologischem Anbau gekauft werden!

Getrocknete Datteln können zum Kochen und zum Backen verwendet werden. Dazu die Früchte einfach in wenig heißem Wasser einweichen und anschließend pürieren.

Das Mengenverhältnis im Tausch zu weißem Haushaltszucker ist hier Geschmackssache. Ich verwende statt 100g Kristallzucker, 120g getrocknete Datteln. Einfach ausprobieren.

Datteln als Sirup oder Paste – easy homemade

Dattelsirup/Paste: selbstgemacht wirkt der Sirup als natürliches Antibiotikum. Beides eignet sich hervorragend zum Süßen von Tee oder Saucen. Um Sirup oder Paste selber herzustellen einfach getrocknete Datteln in wenig heißem Wasser einweichen und pürieren. Jetzt nach und nach vorsichtig abgekochtes Wasser dazugeben und weiter pürieren bis eine glatte, feine Masse entsteht. Für Paste weniger Wasser und für Sirup etwas mehr verwenden. Gut verschlossen hält sich beides für einige Tage im Kühlschrank.

Dattelsüße gibt es fertig z.B. im Reformhaus zu kaufen. Dafür werden Datteln getrocknet und gemahlen, der „Zucker“ erinnert an kleine Körner und löst sich weitererarbeitet nicht vollständig auf, daher ist er eher weniger zum Süßen von Flüssigkeiten gedacht.

Birkenzucker

Er sieht aus wie gewöhnlicher, weißer Haushaltszucker- hat aber nur halb so viele Kalorien und greift zudem den Zahnschmelz nicht an. Birkenzucker gibt es in kristallisierter und in pudriger Form, beide sind wie weißer Haushaltszucker zu verwenden.

Dieser Zucker hat die Eigenschaft, unseren Insulinspiegel zu stabilisieren, daher ist er wunderbar für Diabetiker geeignet.

Ursprünglich wird er, wie sein Name schon verrät, aus Birkenrinde hergestellt. Es kommt jedoch immer öfter vor, dass vermehrt Überreste von Maiskolben beigemischt werden – hier kommt die Gentechnik ins Spiel und befördert den eigentlich gesünderen Zucker qualitativ Richtung Aus. Aus diesem Grund sollte man immer die Packungsrückseite beachten und auf BIO Produkte mit hoher Qualität greifen.

Birkenzucker kommt der Süße von Haushaltszucker sehr nahe, man kann die Mengenangaben bei Rezepten einfach 1:1 austauschen, will man die Selbe Süßkraft erreichen. Aber ACHTUNG: zu große Mengen können abführend wirken, besonders wenn man noch nicht an diese Zuckerart gewöhnt ist! Also lieber anfangs vorsichtig ran tasten und auf Nummer sicher gehen.

Ahornsirup

Genau wie bei Honig, handelt es sich bei Ahornsirup um ein rohes, naturbelassenes Produkt und sollte deshalb NICHT bei Kindern unter 12 Monaten verwendet werden. Oft wird sogar empfohlen das 2te Lebensjahr abzuwarten. Ich verwende beides seit einiger Zeit und Mimi ist jetzt gute 21 Monate alt, aber das muss natürlich jeder selbst entscheiden.

Der Sirup wird aus kanadischen Ahornbäumen hergestellt. Die Baumstämme werden angezapft, der Saft daraus gesammelt und eingekocht bis ein dickflüssiger Sirup entsteht.

Ahornsirup erhält man in verschiedenen Qualitätsstufen von AA bis D, wobei hier nach Reifegrad unterschieden wird. Je früher der Saft gezapft wird, umso heller wird der Sirup und umso höchstklassiger die Qualität. Ich kaufe immer Grad A und BIO.

Grundsätzlich verwende ich Ahornsirup sehr sparsam, eigentlich nur wenn ich gerade mal 1-2 EL benötige (z.B. bei der Verarbeitung von Hefe) da er sehr stark zuckerhaltig ist. Wobei der Unterschied zu weißem Haushaltszucker darin liegt, dass in Ahornsirup zumindest Mineralstoffe enthalten sind und es sich trotzdem einfach um ein natürliches Produkt handelt.

Vollrohrzucker

Vollrohrzucker wird anders als üblicher Kristallzucker nicht aus Zuckerrüben, sondern aus dem Zuckerrohr gewonnen. Der Saft, der aus dem Zuckerrohr gepresst und weitererarbeitet wird, wird im letzten Schritt gemahlen und ergibt so den nicht auskristallisierten Vollrohrzucker. Die im Zuckerrohr enthaltenen Mineralstoffe, bleiben im Vollrohrzucker erhalten, da dieser nicht weiter behandelt wird.

Der Geschmack ist etwas herb und kräftig, erinnert an Karamell. Vollrohrzucker ist aus biologischem Anbau in jedem gut sortierten Supermarkt oder Reformhaus erhältlich. Er zählt zu meinen persönlichen Favoriten (neben Datteln), weil er einfach durch seinen Geschmack und Konsistenz bei weiterer Verarbeitung überzeugt – ich verwende etwas weniger an Menge als von normalem Haushaltszucker.

Reissirup

Der Sirup wird aus gemahlenem Vollkornreis gewonnen. Er ist weniger süß als Haushaltszucker und weist eine Vielzahl an wertvollen Mineralstoffen auf (Eisen, Phosphor, Magnesium,…). Die Menge an Haushaltszucker kann fast 1:1 gegen Reissirup ausgetauscht werden. Möchte man damit backen, sollte man wie allgemein bei allen Sirup Arten, auf einen Teil Flüssigkeit im Teig verzichten – das Backstück kann sonst nicht „fest“ werden. Ich verwende Reissirup gerne zum Süßen von Waffeln.

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Das waren die ersten 5 süßen Platzhalter in meiner Küche. Die nächsten 5 folgen bald! Die Reihenfolge hat übrigens Nichts zu bedeuten und zeigt weder meine persönliche Vorliebe zu den Produkten, noch sagt es etwas über die Qualität aus.


Wie stehst du zu industriell hergestellten Zucker?
Sind bei dir Ausnahmen Ok? Oder wird er bei dir generell gestrichen?
Ich freue mich auf deinen Kommentar!

P.S. Kommst du hier auch mal vorbei? Schön, wenn du bleibst!

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Fotos: ©Mimi und Ich | Katharina Bernsteiner

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